Im Spannungsfeld

Soll ich wirklich 150 Seiten wegschmeißen? 33.000 Worte, alle sorgfältig abgewogen, nachgeschlagen, recherchiert? Das Herz sagt ja, der Verstand sagt nein.

Zur ersten Meinung eines Testlesers hat sich inzwischen eine zweite gesellt. Der Tenor ist derselbe: Die Handlung kommt nicht so richtig voran, zu viele Nebenspielplätze. Der Autor will sein Wissen unterbringen, der Leser eine spannende Geschichte (meine Formulierung, die Testleser haben es freundlicher gesagt).

Habe ich vor ein paar Tagen noch gezweifelt, ob es richtig war, das Manuskript so früh einem Urteil zu stellen, bin ich jetzt froh. Denn sie haben ja recht.

Die Frage ist nur: Flicke ich die holperige Straße oder lege ich eine neue in die literarische Landschaft?

Im Augenblick bin ich als Reparaturtrupp unterwegs. Und rufe mir jeden Tag wütend zu: Dann mach das doch gleich ganz neu. Du brauchst doch nur eine spannende Idee, um die Handlung von einer anderen Seite aufzuziehen. Die den Leser fesselt, ihn auf die Auflösung der Konflikte und Rätsel zu fiebern lässt. Einen Pageturner für jede einzelne Seite.

Aber genau das ist ja das Problem.

P.S.: Eine Leseprobe aus dem aktuellen Manuskript gibt es hier

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