Darf ein alter Mann über Dinge schreiben, die für ihn Jahrzehnte zurück liegen? Zum Beispiel über gewisse Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht? Oder sollte er das lieber sein lassen, weil er sich damit schon zu weit von der gefühlten Realität der meisten seiner Leser entfernt? Eine Frage, die Holger Haase für sich klar beantwortet.
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Ich bin ein Opfer
Nun zähle ich also auch zu den Opfern. Obwohl ich ein alter, weißer Mann bin und damit per Definition gar nicht zu dieser Gruppe gehören kann. Denn ich bin ja privilegiert aufgewachsen und kann somit grundsätzlich gar nicht systematisch unterdrückt werden. Genau das passiert aber. Mittels Technik.
Sag, wie hast du’s mit der KI?
Vor ein paar Monaten habe ich auf Social Media ein Foto veröffentlicht, das eine Römerin zur Zeit des Kaisers Domitian zeigt, die in einer Blutlache auf der Straße liegt. Prompt wurde mir in einem Kommentar vorgeworfen, ich wäre ein „Verräter an der eigenen Zunft“, weil ich Künstliche Intelligenz zur Erstellung des Bildes nutzte, anstatt einen Kreativen zu bemühen. Eine billige Kritik.
Ruth? Welche Ruth?
Mit der Kritik von Testlesern am Manuskript eines neuen historischen Romans kann ich schlecht umgehen. Weil sie oft viel Arbeit und schwere Entscheidungen bedeutet. So war es auch bei „Ejhaw – Flucht nach Narbo“. Dort führte sie nachträglich zu einem Namensverzeichnis.
Auch Sprache hat ihre Zeit
Wer historische Bücher schreibt, sollte sich bewußt sein, daß auch Sprache ihre Geschichte hat. Nicht wenige Redewendungen und Worte waren im Alten Rom völlig unbekannt. Oder gar falsch. Die gilt es spätestens bei der Überarbeitung auszumerzen.
Misstraue deiner KI
Ich bin als Autor ein glühender Verehrer der KI, was die Recherche angeht. Sie spart wahnsinnig viel Zeit, antwortet ausführlich, zum Teil mit Quellenangaben. und das in Sekundenschnelle. Aber man sollte ihr gegenüber äußerst misstrauisch sein.
Schein und Sein
Was sich von der Autobahn aus als sanfte Hügelkette präsentiert, erweist sich von Nahem als kleines Gebirge mit schroffen Felswänden, dunklen Schluchten und fruchtbaren Tälern. Bei der Recherche sollte sich der Autor nicht auf den weiten Blick verlassen.
Googlehupf
Autoren stoßen beim Schreiben immer wieder auf Dinge, die sie erst noch recherchieren müssen. Doch jetzt erschwert ihnen KI zunehmend das Prokrastinieren mittels Google. Ich jedenfalls hupfe immer öfter von der Suchmaschine zum Bot. Die Leser wird es freuen.
Ich bin ein TikTok-Star
Der Clip dauert 11 Sekunden. Gedreht von meiner 13-jährigen Enkelin. Nach 24 Stunden hatte er 700.000 Aufrufe, 73.500 Likes und 1.600 Kommentare. Ich glaube, ich habe bisher beim Marketing auf die falschen Plattformen gesetzt.
Kauft, Leute, kauft!
Am 15. November ist es soweit. Ab dann liefert Amazon meine Historical Fiction „Ejhaw: Die Wächter der Lade“ an die Leser aus. Mein zweiter Roman ist der erste, den ich als Selfpublisher herausbrachte. Und dem ich die Erkenntnis verdanke, dass das Schreiben noch der einfachste Teil am Veröffentlichen ist.