Christian Wagnon, ein Krimi-Autor, dem ich seit Twitter-Zeiten auf X folge, beklagte sich kürzlich über die Zersplitterung der Plattformen, auf denen er den Austausch mit anderen Autoren und Lesern sucht:

Mir geht es genauso. Ich habe mich in meiner Autorenbubble auf X lange sehr wohl gefühlt. Dann kam die große Abwanderungsbewegung, weil man ein Zeichen gegen Elon Musk setzen wollte. Geschätzte Kolleginnen und Kollegen waren plötzlich nur noch auf Mastodon zu finden. Ich habe mir diese Plattform kurz angesehen, kam mit ihr nicht zurecht und bin dort wieder weg. Dann ging es ab zu BlueSky. Für mich ein twitter-Klon, also dachte ich, da muss es ja besser laufen. Macht es aber nicht. Der Austausch ist weg, die Debatte. Man bleibt unter sich.
Ob bei X oder BlueSky, ich komme mir vor, wie ein Zeitungsleser, der anhand des Titels, den er gerade durchblättert, eigentlich im Voraus weiß, was ihn erwartet. Sicher, zuweilen gibt es interessante Beiträge, Hinweise auf schöne Geschichten, erfährt man Sachen schneller als in anderen Medien. Deswegen scrolle ich dort immer wieder durch. Aber es kommt mir zunehmend vor wie Zeitverschwendung.
Social Media scheint immer mehr auf das Marketing begrenzt. Darauf kann ich als Autor natürlich nicht verzichten. Und weil mein nächstes Buch ein Nischenprodukt ist (historicalfiction), für das ich wohl kaum einen deutschen Verlag finden werde, muss ich als voraussichtlicher Selfpublisher all diese Kanäle nutzen. Selbst wenn ich mich dabei unwohl fühle.
Das gilt auch für meine neueste Internet-Präsenz: Ich bin seit gestern auf Instagram. Besser gesagt, ich bin seit gestern wieder dort. Denn ich war auf diesen Seiten von 2011 bis 2017 ziemlich aktiv. Bis ich mit der Kopie meines Ausweises nachweisen sollte, dass ich älter als Zwölf bin. Nachdem ich in den sechs Jahren zuvor über 450 eigene Fotos hochgeladen hatte. „Datenkrake“ rief ich damals empört in Richtung Irland und löschte das Konto. Was mich eine vierstellige Followerzahl kostete.
Nun bin ich also zurück. Um Eigenwerbung zu betreiben. Ob es was bringt, weiß ich nicht. Vorerst kostet dieser weitere Vertriebskanal weitere kostbare Zeit. Die ich viel lieber mit dem Schreiben verbracht hätte.
Vielleicht konzentriere ich mich irgendwann auf nur noch eine Plattform. Auf der ich Christian Wagnon ein fröhliches Moin zurufe, von Birgit Constant wertvolle Tipps zur Recherche erhalte, mir von Alexander Preuße Lesetipps hole und mit Jule Wachner auf ihren Hausberg sehe. Und endlich mal #MuckelchensRateQuiz beim Runenhexer als Erster löse.
Auf der ich mich als Autor ganz zu Hause fühle.