Kauft, Leute, kauft!

Am 15. November ist es soweit. Ab dann liefert Amazon meine Historical Fiction „Ejhaw: Die Wächter der Lade“ an diejenigen Leser aus, die Bücher in elektronischer Form bevorzugen. Die Liebhaber des gedruckten Produkts müssen wohl auch nicht mehr lange auf das Taschenbuch warten. Es ist bereits seit einigen Tagen bei BoD „In Bearbeitung“.

Es war eine spannende Reise bis hierher. Von meinem Erstling, dem biografischen Roman „Aufstieg in den Abgrund„, der die Geschichte der Schauspielerin Carola Neher beschreibt (die als Bühnenstar des Berlins der Goldenen Zwanziger in die Fänge der Stalinschen Geheimpolizei in Moskau geriet), war ich die Rundumbetreuung eines Verlages gewohnt. Das schien mir bei meinem neuen Buch zu illusorisch. Eine historisch genaue Geschichte über den Krieg der Römer gegen die Juden, bei dem es aber auch noch um die sagenumwobene Bundeslade geht und in den sich höhere Mächte („nicht von dieser Welt“) einmischen – wer in Deutschland soll sowas verlegen? Ich entschied mich für das selfpublishing.

Jetzt lag das alles bei mir: Zunächst musste ich Partner suchen, für das Cover, Lektorat, Korrektorat und den Satz. Dann Entscheidungen fällen, wer das Buch als Dienstleister drucken soll, wem ich das eBook anvertraue, in welchem Format die Historical Fiction erscheinen soll, mit mattem oder glänzenden Umschlag, auf welchem Papier und vor allem zu welchem Preis. Dazu noch die Frage, in welches Regal seines Riesenstores Amazon denn meine Geschichte einordnen soll: bei den Historischen Romanen? Bei den Abenteuerbüchern? Bei Politik und Geschichte? Und in welchen Abteilungen dort: Spannung, Fantasy, Mystery, Biografien? Trifft bei „Ejhaw“ alles zu. Aber wo findet die Geschichte am ehesten viele Leser?

Ich hätte das alles nicht geschafft ohne fantastische Leute in meiner Umgebung. Sie haben mir alle geholfen. Die Testleser in meiner Familie und unter den Freunden. Die wunderbare, jederzeit ansprechbare Grafikerin, die den Umschlag gestaltete. Die Schmuckdesignerin aus Rostock, die dem bedeutsamen Ring aus meiner Geschichte eine ansehnliche Form gab. Lektor und Setzer, die mich schon beim Carola-Neher-Roman unterstützten. Und nicht zuletzt mein Sohn, der zähneknirschend das nötige Verständnis dafür aufbrachte, dass der Fiesling in der Geschichte nur deshalb den gleichen Vornamen trägt wie er, weil es sich bei ihm um eine historisch belegte Persönlichkeit handelt. Ohne solchen support geht es nicht.

Jetzt bin ich also Selfpublisher. Und lerne gerade, dass das Schreiben noch der einfachste Teil war. Die Vermarktung frißt genauso Kraft und Zeit. Die Pflege der eigenen Autorenseite bei Amazon zum Beispiel, mit der ich potenzielle Leser und Supporter an mich binden kann. Es ist für die Leute ganz einfach, mir dort zu folgen. Schlicht den großen button klicken. Sie erfahren dann, ab welchem Datum es die Printausgabe von „Ejhaw“ zu kaufen gibt und wann der zweite Teil erscheint, ob eine zeitlich begrenzte Preissenkungs-Aktion läuft oder eine besondere Promotion durch Kindle Unlimited. Aber wie sage ich ihnen das? Ich spüre zum ersten Mal den Nachteil einer sehr feinen, aber eben auch kleinen Followerschaft bei X, bluesky, Instagram und Co. Influencer haben es leichter. Bleibt nur der Holzhammer. Hier, liebe Leser, genau hier müsst ihr klicken:

@JonahvonH kommentierte einen meiner Einträge auf twitter heute so: „Während ein Buch im Lektorat oder Korrektorat ist, schreibe ich bereits an dem nächsten.“

Ich wünschte, ich könnte das ebenso. Auch wenn mir das selfpublishing im Rückblick als garnicht so schlimm erscheint: Es zehrt an den Kräften und irgendwann hat man das Gefühl den Leuten mit den ständigen Hinweisen auf sein neues Buch nur noch auf den Geist zu gehen.

Vielleicht kürze ich das alles demnächst ab. Und poste einfach nur noch „Kauft, ihr Leute, kauft!“ Um mich dann endlich dem zweiten Teil meiner Geschichte widmen zu können. Auf den freue ich mich nämlich schon ganz besonders.

Weil ich mich da in einer Welt bewegen kann, die ich kenne und verstehe. Die der Römer und Ägypter, Juden und Griechen, Götter und Schurken.

In meiner Welt.

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