Auf X habe ich heute furchtbare, verstörende Videos gesehen. Von Terroristen der Hamas, die in Israel eindringen und Juden schlagen, entführen, töten, ihre Leichen schänden. Und Kommentare gelesen, ob es richtig sei, solche grausamen Bilder zu zeigen. Die selbe Frage hatte ich mir beim Schreiben meines neuen Buches gestellt.
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Zweifel
Mein neues Buch ist zur Hälfte fertig. Jedenfalls nach der Zahl der Wörter, die ich mir ursprünglich vorgenommen habe. Doch jetzt lege ich eine kreative Pause ein. Denn mich plagen Zweifel.
Enthemmt
Schreibblockade? Kenne ich nicht. Wenn der erste Satz eines neuen Kapitels steht, läuft es flüssig durch. Mein Problem sind die Skrupel, die mich jetzt, da die Hälfte des Romans geschrieben ist, plötzlich befallen.
Erkannt
Davon träumt der Autor: Eine Buchhändlerin erkennt ihn, als er ihren Laden betritt und bietet ihm eine Lesung an. Ist mir genau so passiert.
Ich liebe es
Mindestens ebenso viel Spaß wie das Schreiben macht mir das Recherchieren. Wenn ich in die Geschichte eintauche und in der Zukunft lande.
Kritik wagen
Kritik kann hilfreich sein. Und ungerecht. Ich habe meinen Frieden mit meinen Rezensenten gemacht: Habt ihr Freude an euren Rezensionen. Ich lasse mir die an meinen Büchern nicht nehmen.
Im Spannungsfeld
Soll ich wirklich 150 Seiten wegschmeißen? 33.000 Worte, alle sorgfältig abgewogen, nachgeschlagen, recherchiert? Das Herz sagt ja, der Verstand sagt nein.
Gefahr im Verzug
Weil ich nicht erwarten kann, was meine potenziellen Leser zu meinem neuesten Buch sagen, habe ich der Familie vorab die ersten Kapitel im Rohentwurf zukommen lassen. Die erste Reaktion war ernüchternd.
Gefühlssache
In den Rezensionen zu meinem Carola-Neher-Roman wird mir vorgeworfen, ich sei in meiner Erzählung zu distanziert, fühlte mich nicht genug in meine Protagonistin hinein. Ich müsse, so übersetze ich das für mich, meinen Lesern genau sagen, wie sie sich in dieser und jener Situation gefühlt hat, damit die mit ihr mit leiden können. Das kann und will ich nicht.
Was bin ich?
Für das Finanzamt bin ich ein Schriftsteller. Wohl fühle ich mich bei diesem Begriff nicht. Er macht mehr aus mir, als ich bin. Ein Schriftsteller ist für mich ein Künstler. Und das bin ich nicht. Oder vielleicht doch?