Schreibblockade? Kenne ich nicht. Wenn der erste Satz eines neuen Kapitels steht, läuft es flüssig durch. Mein Problem sind die Skrupel, die mich jetzt, da die Hälfte des Romans geschrieben ist, plötzlich befallen.
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Erkannt
Davon träumt der Autor: Eine Buchhändlerin erkennt ihn, als er ihren Laden betritt und bietet ihm eine Lesung an. Ist mir genau so passiert.
Kritik wagen
Kritik kann hilfreich sein. Und ungerecht. Ich habe meinen Frieden mit meinen Rezensenten gemacht: Habt ihr Freude an euren Rezensionen. Ich lasse mir die an meinen Büchern nicht nehmen.
Im Spannungsfeld
Soll ich wirklich 150 Seiten wegschmeißen? 33.000 Worte, alle sorgfältig abgewogen, nachgeschlagen, recherchiert? Das Herz sagt ja, der Verstand sagt nein.
Gefahr im Verzug
Weil ich nicht erwarten kann, was meine potenziellen Leser zu meinem neuesten Buch sagen, habe ich der Familie vorab die ersten Kapitel im Rohentwurf zukommen lassen. Die erste Reaktion war ernüchternd.
Gefühlssache
In den Rezensionen zu meinem Carola-Neher-Roman wird mir vorgeworfen, ich sei in meiner Erzählung zu distanziert, fühlte mich nicht genug in meine Protagonistin hinein. Ich müsse, so übersetze ich das für mich, meinen Lesern genau sagen, wie sie sich in dieser und jener Situation gefühlt hat, damit die mit ihr mit leiden können. Das kann und will ich nicht.
Geschichte umschreiben?
Mich bewegt gerade ein konzeptionelles Problem: Wie fiktional darf historicalFiction eigentlich sein? Wenn die Fakten sehr gut dokumentiert sind, darf ich sie dann zurechtbiegen, weil sie anders nicht in meinen Plot passen?
Ejhaw – Die Wächter der Lade
Bei dieser Leseprobe handelt es sich um einen Manuskript-Entwurf
© Holger Haase – „Steh auf, Herr!“ Unsanft wurde Josef die Wolldecke weggezogen, unter der er schlief. Brutal fasste ihn jemand an den Schultern und riss ihn nach oben. Aus einem tiefen Schlaf der Erschöpfung gerissen, öffnete er die Augen und versuchte, sich zu orientieren. Herkules ließ ihm nicht einmal dazu die Zeit.
Aufstieg in den Abgrund
13. August 1928
Es ist still in der Pension „Stolzenfels“. Die Nacht hat sich längst über das Tal gelegt. Einige wenige Gäste sitzen schweigend in den schweren Sesseln des Salons im Erdgeschoß, andere sind auf ihre Zimmer gegangen oder in eines der Gasthäuser im Dorf. Sie alle halten kaum die Schreie aus, die gelegentlich aus dem obersten Stock dringen, wo der Dichter Klabund unter Schmerzen mit dem Tode ringt.